Immer wieder beeindruckend

Eigentlich war ich heute wegen der Bilder von Max Beckmann in der Bremer Kunsthalle. Aber nach einer Führung durch seine Ausstellung stand ich wieder einmal vor dieser Szene, einem Bild, das Fritz Mackensen 1892 gemalt hat. Ich finde es immer wieder beeindruckend. Und ja, irgendwie berührend.

Bis er sich wieder regte

Schon wieder ist ein Vogel vor mein Fenster geflogen.
Diesmal ein Buchfinkmännchen. Er lag wie tot auf dem Boden.
Ich hob ihn auf, damit er nicht sogleich von einer Katze gefressen wurde, hielt ihn eine Dreiviertelstunde in der Hand, dann endlich regte er sich und sah mich so wach an, dass ich meine Hand wieder öffnen konnte. Er flog davon. Aber er flog nur ein paar Meter, landete in einer mächtigen Zypresse und sah mich an wie einer, der mich durchaus okay findet. :))

Ist ihr total egal

Zusammengerollt liegt sie neben mir,
ist durchs Bltzlichtgewitter nicht zu erschüttern,
klappt nur gaaaaanz langsam die Augen auf,
guckt mich an wie eine, die denkt, hast du nix Besseres zu tun?,
lässt ihre Bernsteinaugen wieder zufallen,
und dann ist es ihr total egal,
ob ich euch ihre kuschelige Schönheit hier zeige oder nicht.

Andreas Klaene

Ich mag sie

Ich mag die Wolken.
Sie bringen Bewegung in den Himmel,
der einfach nur blaufaul
unter der Sonne abhängt.

Bis zum Schluss und danach

Wenn einer das gewisse Etwas hat,
ist er nicht totzukriegen.
Dieses gewisse Etwas bleibt. Bis zum Schluss.
Und danach in unserer blühenden Erinnerung.

Andreas Klaene

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Sie können auch erotisch

Von wegen starr und kalt. Häuser können sich durchaus gefühlvoll, rhythmisch und geradezu erotisch zeigen. Dieses hier auf jeden Fall. Es steht in Prag direkt am Ufer der Moldau und erinnert an eine Tänzerin im gläsernen Faltenkleid, die sich grazil an den Mann an ihrer Seite schmiegt.

Klangpalast küsst Himmel

Frei nach Eichendorff ist’s, als hätt‘ der Himmel die Erde still geküsst. Die Elbphilharmonie und der Himmel scheinen sich zu berühren. Funkelnd wie ein gigantischer Brillant streckt sich der Klangpalast empor, so, als wolle er Erde, Himmel und Unendlichkeit mit seiner Musik erfüllen.

Und dennoch finde ich sie riesig

Soeben noch lag sie neben mir, so starr wie ein Schwarzbrot. Alles, was für sie zählte, war das Zusammensein mit mir. Dann schnellt sie hoch. Und das nur, weil das Schreien der Wildgänse die abendliche Luft durchdringt. Dieser Klang alarmiert ihre Sinne. Ihr sezierender Blick durchsucht und zerlegt die Weite. Ich bin bei ihr und bin mit dem Ruf der Gänse zur Bedeutungslosigkeit geschrumpft – und finde sie riesig.