Und dann knallten wir zusammen

Was habe ich dich verflucht. War unterwegs und hatte keine Ahnung wohin, plätscherte völlig planlos durch die Gegend. Dann kreuztest du vor mir auf, wir knallten zusammen. Ich hätte dich vor Wut sprengen können, sagte der Fluss zum Stein. Aber irgendwie ist bei dem Aufprall mein Verstand angesprungen. Der hat mir klar gesagt, wohin ich will. Okay, seitdem reibe ich mich Tag und Nacht an dir, aber das macht nichts. Ich tu’s ja mit Überzeugung, kann es sogar genießen, weil du mir Richtung gibst. 😀 

Einfach über Bord damit

Ist ja vielleicht für ’ne Kreuzfahrt nicht so geeignet, aber ich könnte in diesem Boot ja einfach mal all die Erwartungen anderer über Bord schmeißen. Dann wäre genau dieser Kahn meine AIDA. 😀🌞

Von wegen allein

Da glaubt man, endlich mal so richtig schön allein zu sein, sieht auch tatsächlich weit und breit keine Menschenseele an diesem See, und dann entdeckt man die Bescherung: Der Frühling ist da. Er macht sich breit mit seiner an- und ausziehenden Anziehung, guckt einem bei allem zu. Und es kommt noch mehr. Sobald er geht, drängt sich der Sommer an seine Stelle, tut so, als wenn er alles noch viel besser könnte und macht sich verführerisch über uns her. 😀

Das stellt meine Welt auf den Kopf

Ist ja vielleicht ganz nett anzuschauen, wenn sich die Landschaft im Wasser spiegelt und die Bäume auf dem Kopf stehen. Aber es gibt noch Netteres, das sogar fasziniert. Mich jedenfalls. Mir passiert so etwas, wenn ich total mies drauf bin und dann einem begegne, der mich mit seiner Fröhlichkeit und Leichtigkeit infiziert. Das ist dann eine Spiegelung, die nicht nur Bäume, sondern meine komplette Welt auf den Kopf stellt. So massiv, dass ich anschließend mit beiden Beinen umso fester auf dem Boden stehe.

Wo ich nie sein wollte

Wenn Gräser
wie Bäume sich vor mir erheben,
wenn die Pfütze weit wie ein See
vor mir auf der Landschaft liegt,
bin ich am Boden,
dort, wo ich nie sein wollte,
bin auf Augenhöhe mit der Welt,
auf die ich noch soeben trat.
Ganz unten, zwischen Gräsern,
die wie Bäume zum Himmel streben,
stelle ich Fragen, die ich nie hatte,
und wünsche mir,
dass die getretene Welt
noch mit mir spricht.
© Andreas Klaene