Die Aufrechte

Wie oft schon
habe ich dich gesehen, ohne dich anzusehen.
Lief stets an dir vorbei,
hin zu Palästen aus Gedankensteinen.
Du standest davor wie ein Gardist.
Aufrecht, alles sehend, mucksmäuschenstill.
Warst nie auf Beachtung aus.
Erst heute bleibe ich stehen,
betrachte dich, erkenne die alte Eiche.
Ehrfurcht schwimmt im Blutstrom meiner Adern,
Ehrfurcht, die Monarchen gewohnt
und du nicht brauchst.
Das Du ist mir von der Zunge gerutscht.
Euer Durchlaucht stehen da
wie der Palast der Beständigkeit.
In Eurem Stamm wohnen Zeiten und Epochen,
reichen sich Jahr für Jahr die Ringe.
Und Eure Krone ist allen Schloss,
die zwitschernd und brütend
in ihr wohnen.
© Andreas Klaene

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