
Charme und Grazie in Untergang und Zerfall.

Buchautor und Journalist. Jury-Mitglied der Literaten-Vereinigung "Gruppe 48".

Charme und Grazie in Untergang und Zerfall.

Charme und Grazie in Untergang und Zerfall.

Charme und Grazie in Untergang und Zerfall.

Wie oft schon
habe ich dich gesehen, ohne dich anzusehen.
Lief stets an dir vorbei,
hin zu Palästen aus Gedankensteinen.
Du standest davor wie ein Gardist.
Aufrecht, alles sehend, mucksmäuschenstill.
Warst nie auf Beachtung aus.
Erst heute bleibe ich stehen, „Die Aufrechte“ weiterlesen

Ihr Tötungsdelikt hatte bundesweit für Schlagzeilen gesorgt. Mich interessierte, wie es dazu kommen konnte, dass eine Frau wie sie, die einen so fabelhaften Ruf genießt, ein so schreckliches Verbrechen begehen konnte.
Ich habe viele und langen Gespräche mit ihr im Gefängnis geführt, in ihrem „Die wahre Geschichte: ein Ehedrama“ weiterlesen

Wenn Gräser
wie Bäume sich vor mir erheben,
wenn die Pfütze weit wie ein See
vor mir auf der Landschaft liegt,
bin ich am Boden,
dort, wo ich nie sein wollte,
bin auf Augenhöhe mit der Welt,
auf die ich noch soeben trat.
Ganz unten, zwischen Gräsern,
die wie Bäume zum Himmel streben,
stelle ich Fragen, die ich nie hatte,
und wünsche mir,
dass die getretene Welt
noch mit mir spricht.
© Andreas Klaene

Keiner
stellt sich ihnen in den Weg.
Zu verwegen stehen sie da,
unrasiert, unfrisiert,
unangepasst.
Anders als alle.
Die Welt aller
ist nicht ihre.
Ihr Zuhause ist der Wind,
ihr Feuer die Kälte, „Keiner stellt sich ihnen in den Weg“ weiterlesen

Eigentlich war ich heute wegen der Bilder von Max Beckmann in der Bremer Kunsthalle. Aber nach einer Führung durch seine Ausstellung stand ich wieder einmal vor dieser Szene, einem Bild, das Fritz Mackensen 1892 gemalt hat. Ich finde es immer wieder beeindruckend. Und ja, irgendwie berührend.

Sie haben einander nie gesucht,
fanden im Schicksal, das sie zusammengeführt, Nähe,
die sie nie wollten,
flohen hinauf auf ewiger Flucht vor dem anderen,
rieben und stachen einander bis aufs Blut. „Sie haben einander nie gesucht“ weiterlesen

Schon wieder ist ein Vogel vor mein Fenster geflogen.
Diesmal ein Buchfinkmännchen. Er lag wie tot auf dem Boden.
Ich hob ihn auf, damit er nicht sogleich von einer Katze gefressen wurde, hielt ihn eine Dreiviertelstunde in der Hand, dann endlich regte er sich und sah mich so wach an, dass ich meine Hand wieder öffnen konnte. Er flog davon. Aber er flog nur ein paar Meter, landete in einer mächtigen Zypresse und sah mich an wie einer, der mich durchaus okay findet. :))