Nachtgewand

Mit weißem Himmelsstaub
bedeckt der Winter 
Bäume, Felder, Dächer, 
reicht dem Jahr 
das Nachtgewand, 
will uns führen 
zur Traumesstille, 
aus der wir 
hellwach blicken auf das, 
was kommen mag. 

Knospenmüd

Er ahnt nicht,
was in ihr steckt,
atmet nicht ihren Duft,
den sie knospenmüd
in sich verschließt. 
Ahnungslos
lässt sich der Winter
auf ihr nieder, 
feiert die Zeit
mit kristallnem Schmuck,
bis unter ihm
keimgrün neues Leben sich reckt
und froststarrer Schmuck
frühlingswarm schmilzt. 

Leserstimmen

Man muss kein krummes Ding drehen, um zwölf Monate zu bekommen. Man kann sich auch ganz einfach meinen Kalender 2021 besorgen. ? Erstens ist das total legal, und zweitens sitzt man seine zwölf Monate dann auf charmantere Weise ab, nämlich mit Bäumen, Türen und anderen cleveren Gestalten, die über das gute Leben philosophieren. ?
Hier ein paar Stimmen von lauter Leuten, die mit ihm ihr Jahr 2021 verbringen wollen:
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@marika_6507
Ich hab zwar schon Kalender für 2021 …. Aber dieser kommt mir wohl auch noch ins Haus?
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@christinmeyer.ergo
Ich habe schon einige von Deinen wunderschönen Kalendern erstanden, die wirklich etwas Besonderes und doch auch etwas aus der Art geschlagen sind; im absolut positivem Sinne. ???Sie sollen dann meine guten Freunde unterm Weihnachtsbaum ?beglücken.
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@martinaschneider2806
Den werde ich mir besorgen…ich liebe deine Geschichten zu den Fotos.
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@lebensfreude51
den kalender habe ich mir schon vor einiger zeit gekauft und kann nur sagen: wunderschön und sehr empfehlenswert. ?
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@toni.reni8
Kompliment, wirklich gut gelungen. Freu mich schon, ihn aufzuhängen!!
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@sylviabareiss
Hoffentlich gibt es später auch einen Kalender für das Jahr 2022 mit deinen neuen wunderbaren Geschichten ??‍♀️
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@meckiotti
Ein echtes Meisterwerk und ein wunderschönes Präsent für viele Gelegenheiten – und nicht erst zu Weihnachten!

Geliebtes Sehnen

Schaue dich an 
durchs Gitter meiner Wünsche, 
dich geheimnisvolle Lust. 
Bin mir nicht sicher, 
ob ich dich will und weiß doch, 
dass schon längst du mich hast. 
Legst mir heimlich 
die Lunte ins dämmernde Herz, 
zündest das Feuerwerk 
der Begierde, 
bis Erfüllung 
den Himmel verheißt 
und als Funken gelandet 
am Boden erlischt. 
Hast dich davongemacht, 
du begehrte Lust, 
mir nur die Sehnsucht 
nach dir hinterlassen. 
Wie gut, dass wenigstens dich 
ich hab, geliebtes Sehnen. 
Im Schein deines Lichts
find ich Wege zu mir.

Hellwach die Nacht verehrn

Bevor des letzten Tages Kerze ausgebrannt,
will ich lernen, hellwach die Nacht zu verehrn.
Nicht die eine, die alle erwartet,
nein, jede, die mir enthüllt,
was kein Tag mir zeigen kann.
Denn du, finstre Nacht,
schenkst mir der Sterne Leuchten,
während du selbst
dich im Mondlicht sonnst.
Im Meer der Träume
schlägst du meine Angstfregatten leck
und lässt sie in dir untergehn. 

Lässt schon bald sich fallen

Als wollt er
mit kristallnem Schimmer
sich bedanken,
rinnt der Tropfen
auf grüner Haut hinab,
setzt dem Zweig
die diamantene Krone auf.
Als dankte er dem,
der ihm Halt gibt,
ohne festzuhalten.
Noch einen Augenblick verharrend,
lässt er bald schon sich fallen.
Nicht davonmachend,
sondern ankommend,
wo er des Zweiges Wurzeln
tränken kann.

Täler ergleiten

Vielleicht
sollt ich dich anfassen,
mit hellwacher Hand
Täler ergleiten,
eckige Gedanken
auf dir ausrutschen lassen,
bis sie von sanfter Form versöhnt 
mild mein Leben betrachten.

„Lebendig, erfrischend, unterhaltsam“

Es kann einem wahrlich Mieseres widerfahren, als eine solche Kritik zu bekommen. ? Darum danke ich ganz herzlich Edi Gollasch, die in ihrer Rezension zu meinem Roman „Till Türmer und die Angst vor dem Tod“ unter anderem schrieb:

„Dein Buch ist eine Offenbarung.
Dabei gehst du so mit Worten um, wie ein Fußballspieler mit dem Ball.
Bei aller Ernsthaftigkeit des Themas legst du eine Ausdrucksweise hin, die einen immer wieder schmunzeln lässt.
Ich habe es genossen, die Dialoge zu lesen, auch die von Till mit sich selbst in seinen Gedanken.
Lebendig geschrieben, erfrischend und unterhaltsam zu lesen.

Till hat durch Sarah eine großartige Wandlung durchgemacht, denn Sarah hat ihm so viel gegeben, aber eines genommen … die Angst vor dem Tod.“

Will dich nicht durchschaun

Will dich nur ansehen, 
nie durchschaun.
Möchte nicht auf 
verborgene Wahrheiten blicken, 
die dir selbst nicht vertraut 
und mir die Diebe 
meiner Achtung sind. 
Schaue 
mit geschlossenen Augen 
in mich hinein, 
bis Fantasie meine Seele weckt 
und mir von dir zeigt, 
was unsichtbar ist.

Der du am Boden liegst

Dich so zu sehen!
Meine Augen 
wollen zu dir empor,
verlangen nach deiner Größe, 
die einst mich Ehrfurcht gelehrt. 
Im Schatten deiner Krone 
dich ermessend
brachtest du mir Demut bei. 
Jetzt liegst du da, 
vom Tod zerfetzt, 
vom Leben zerfressen. 
Erzählst mir stumm 
von der Erde, 
aus der du nicht mehr saugst, 
was Jahrhunderte dich genährt.
Tot erfüllst du sie mit Leben, 
diese Erde, bis sie Kreaturen 
wie dich gebiert. 
So schaue ich auf zu dir, 
der du am Boden liegst, 
vergesse alle Sorgen 
ums Überleben
ein Waldrauschen lang
und übe mich 
im schönsten Erleben.