Dich noch zu sehen

Hatte nicht mehr daran geglaubt,
dich noch zu sehen,
nicht an diesem Abend.
Hatte nur darauf gehofft, ganz leis,
kaum lauter als schläfriger Abendwind,
der die Halme streift.
Wie aus Waldes Zauberhand entsprungen
bist du nun aufgetaucht, sichtbar geworden,
nur weil du mich nicht siehst. 
Ich betrachte dich mit starren Lidern,
will dich nicht vertreiben 
aus menschenferner Blätterwelt,
erkenne in dir das Wesen, 
das nicht an gestern und an morgen denkt, 
das den Augenblick
liebevoll mit Aufmerksamkeit beschenkt,
und ich begreife, 
dass im Beobachten das Achten wohnt.

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