
Früher,
als er noch ein Baum war,
war Leben Überleben.
Jetzt
steht er als Pfahl in der Landschaft,
amüsiert sich darüber,
dass jeder ihn für tot hält,
lebt auf,
wenn einer kommt,
der ihn fotografiert,
und kapiert:
Leben ist Erleben.

Buchautor und Journalist. Jury-Mitglied der Literaten-Vereinigung "Gruppe 48".

Früher,
als er noch ein Baum war,
war Leben Überleben.
Jetzt
steht er als Pfahl in der Landschaft,
amüsiert sich darüber,
dass jeder ihn für tot hält,
lebt auf,
wenn einer kommt,
der ihn fotografiert,
und kapiert:
Leben ist Erleben.

Schlechte Sicht
pfercht meine Sinne ein.
Ich kann nicht anders,
als anzusehen was ist,
zu betrachten,
was greifbar vor mir liegt,
und entdecke
den Zauber des Jetzt.

Also, ich weiß ja nicht, ob es wirklich so supertoll ist, immer alle Fäden in der Hand zu haben. Man traut sich ja überhaupt nicht mehr, mal loszulassen und zu streicheln. Tut man’s doch, weil man’s einfach nicht lassen kann, kriegt man eins drauf, weil überall angeblich alle Stricke reißen. ?

Neugier kommt ja nicht so gut an. Ich meine die, die einen befallen kann, wenn man vor so einem Schlüsselloch steht. Erst recht vor einem, das sich so herrlich einladend anbietet. Man könnte diese Neugier aber ja auch von der anderen Seite aus betrachten. Gesetzt den Fall, man sieht etwas wirklich Aufregendes, so ist es damit ja noch längst nicht getan. Schließlich schaut einem das Aufregende ganz schamlos tief ins Auge. Und dann erzählt es uns etwas über uns selbst. Das könnte einen auf die schönsten Ideen bringen. Könnte aber auch etwas sein, das wir gar nicht so genau wissen wollen.

Wie überflüssig
müssen sie sich vorkommen, diese Säulen.
Sie stehen da, in der Landschaft,
können nichts und niemandem eine Stütze sein,
nicht einmal einem Dach,
und sie ahnen nicht,
dass jeder, der sie entdeckt,
sich freut, sie zu sehen, sie zu betrachten.
Weil sie sind wie sie sind.

Seltsam: Ein leerer Stuhl ist für mich allenfalls so aufregend wie jeder andere Vierbeiner, der nicht mit mir will. Zwei leere Stühle hingegen wehen das Flair einer verführerischen Einladung zu mir rüber.

Nie fühlte er sich besonders groß.
Schon gar nicht großartig.
Blieb immer am Rande,
gab denen Halt, die wankten.
Bis sie ihn drängten,
für sie in die Flut zu gehen.
Nun ist er, was er sich nie zutraute,
ein Fels in der Brandung.

Wenn ich’s mir so recht überlege, stelle ich fest:
Hier liegt der Schnee von gestern. Der hat sich nur verkleidet: als der Matsch von heute.

Also, wenn ich mal ganz ehrlich bin, muss ich sagen: Es fällt mir ja wahnsinnig schwer, die Finger von diesen Dingern zu lassen. Ich meine, satte zwanzig Prozent ermäßigt zu bekommen, macht es einem nun wirklich nicht leicht, einfach und total ignorant, „Elende Verführung“ weiterlesen

Böse Zungen sagen ja, dass man sich gewisse Probleme am besten dadurch vom Hals schafft, indem man einfach die Finger davon lässt. ? Das Hauptproblem ist nur, dass so manches, das man anfasst, einen ungeheuer haptischen Reiz hat.