Will dich nur ansehen, nie durchschaun. Möchte nicht auf verborgene Wahrheiten blicken, die dir selbst nicht vertraut und mir die Diebe meiner Achtung sind. Schaue mit geschlossenen Augen in mich hinein, bis Fantasie meine Seele weckt und mir von dir zeigt, was unsichtbar ist.
Dich so zu sehen! Meine Augen wollen zu dir empor, verlangen nach deiner Größe, die einst mich Ehrfurcht gelehrt. Im Schatten deiner Krone dich ermessend brachtest du mir Demut bei. Jetzt liegst du da, vom Tod zerfetzt, vom Leben zerfressen. Erzählst mir stumm von der Erde, aus der du nicht mehr saugst, was Jahrhunderte dich genährt. Tot erfüllst du sie mit Leben, diese Erde, bis sie Kreaturen wie dich gebiert. So schaue ich auf zu dir, der du am Boden liegst, vergesse alle Sorgen ums Überleben ein Waldrauschen lang und übe mich im schönsten Erleben.
Auch wenn’s pure Werbung ist, ?sag ich euch: Es geht mir runter wie wie ’n kühler Chardonnay nach ’nem heißen Tag, was Hilde Willes über meinen Tatsachenroman bei Amazon geschrieben hat. Dort steht unter anderem:
„Man liest sich durch die Recherchen des Autors, welche auf einem wahren Fall der deutschen Justiz beruhen. Erdachte Spannungsmomente, wie man sie für gewöhnlich in Romanen findet, kommen hier eher weniger zum Einsatz. Braucht’s auch gar nicht, denn allein das Illustrieren dieses Ehelebens ist „Thrill“ genug. Ganz ehrlich, zwischendrin, habe ich beim Lesen mehr als einmal gewaltig nach Luft schnappen müssen. Mal ergriff ich innerlich Partei für SIE, mal für IHN bei den Schilderungen all jenes „ganz normalen Beziehungskrams“ über die Jahre hinweg bis hin zur Katastrophe.“
Wäre alles so einfach, wenn Eigenlob nicht so fürchterlich müffeln würde. Tut es aber, und es kann sogar ganz verflucht stinken. ?? So, dass es einem total die Nase verbeult. Das will ich natürlich keinem antun. Und darum sage ich euch NICHT, was ich über meinen Kalender 2021 sagen könnte, ?sondern nur, was zum Beispiel Christin Meyer bei Amazon über dieses Ding geschrieben hat:
„Ein ideales Geschenk für gute Freunde, die das Besondere lieben und gerne etwas Tiefgang der Gedanken zulassen. Die Fotomotive sind absolut stimmig zum Dialog, den die Protagonisten führen. Mit Charme, Witz und philosophischen Gedanken werden wir von Andreas Klaene in die Szenerie hineinversetzt. Verlockend zum wiederholenden Lesen und Verweilen.“
„Also, nicht dass ich was gegen euch hätte, aber ich glaube, ich muss hier weg“, sagte die mittlere Vase. „Wieso das denn?“, fragte die linke. „Weil ich überhaupt nicht zu euch passe.“ „Quatsch, sieh dich doch mal an, du bist genauso blau wie wir.“ „Ja, okay, aber ansonsten total anders.“ „Ist mir noch gar nicht aufgefallen.“ „Mal ne Frage“, sagte die rechte Vase, „bist du tatsächlich anders als wir, oder willst du es nur sein?“ „Ich will es, weil ich glaube, dass ich es bin.“ „Auf dem Trip war ich auch mal.“ „Wieso war?“ „Weil’s nichts brachte: Als ich anders als ihr sein wollte, merkte ich, wie sehr ich euch glich.“ „Und nun?“ „Bin ich bei euch und zugleich ganz ich.“ ?
Hätte dich wohl nie beachtet, wenn du wärst wie die andern, so kerzengerade wie’s erwünscht. Dein Anderssein ist’s, das meinen Blick zu dir zieht, das mir vom Wind erzählt, der einst dich gesät, und vom Sturm, der dich gebeugt, von denen, die entwurzelt und zerrissen längst das Feld geräumt. Dich beachtend säst du Achtung in mir. Achtung vor dir.
„Was ich dir immer schon mal sagen wollte“, sagte der Reifen, „ich liebe deine Formen. Die machen mich total an.“ „Oh, das hat mir ja noch kein Reifen gesagt“, sagte der Kotflügel. „Du bist wirklich ein Engel.“ „Nee, bitte nicht!“, sagte der Reifen. „Wieso? Ist doch toll, immer nur rumzufliegen.“ „Na, weiß nicht. Bin mir ja nicht so sicher, ob so ’n Engel auch Kotflügel hat. Wenn ja, dann muss sein Job ganz schön beschissen sein.“ ?
„Du, ich muss dir was sagen“, sagte das linke Huhn. „Au ja“, hauchte das rechte, „lass alles raus! Ganz ohne Hemmungen.“ „Ich weiß aber nicht, ob du das wirklich hören willst.“ „Och bitte, nu sag schon! Du machst mich ja ganz kribbelig.“ „Also gut: Sobald ich mich hier zärtlich an dir abrackere, schließt du die Augen. Das törnt mich total ab.“ „So kann ich doch viel besser von dir träumen.“ „Auf mich wirkt das aber anders.“ „Wie denn?“ „Wie Augen zu und durch. So kriegste doch gar nicht richtig mit, was mit dir geschieht.“ „Doch. Nun rede nicht so viel, mach einfach weiter!“ „Nur wenn du die Augen aufmachst.“ „Dann sehe ich aber doch nur, was ich immer sehe.“ „Was willste denn damit sagen?“ „Dass ich mit geschlossenen Augen mehr mitkriege.“ „Wie bitte?“ „Ja, nur spürend kriege ich ne richtig tolle Ahnung davon, wie du mich mit deinen Augen siehst.“ ??
„Ich versteh die nicht“, sagte die Sonne. „Wen verstehste nicht?“, fragte die Wolke. „Die da unten. Ist doch jeden Tag dasselbe: Sobald ich ’n Abgang mache, stehn sie da, sagen nichts mehr, staunen nur noch.“ „Freu dich doch“, sagte die Wolke, „das schafft nicht jeder.“ „Was, gesehen zu werden?“ „Nein, die da unten so zum Staunen zu bringen, dass es ihnen die Sprache verschlägt.“ „Ja gut, aber was haben sie davon?“ „Dich wortlos bestaunend entdecken sie eine neue, ganz stille Sprache: die ihrer Menschlichkeit.“ ??
„Blöder Baum“, sagte der Apfel. „Wieso blöder Baum? Was haste denn gegen den?“, fragte der andere. „Ich fühl mich total fallengelassen.“ „Versteh ich nicht.“ „Was gibt’s denn da zu verstehen?! Monatelang macht er einen auf anhänglich. So, dass man an die große Liebe glaubt. Und dann war’s das.“ „Nix da, der hat uns noch viel lieber als du glaubst.“ „Ha, ha, ha! Und warum lässt er uns dann einfach los?“ „Weil er akzeptiert, dass wir reif sind und ihn nicht mehr brauchen.“ ?