Wenn mich einer sieht

„Du hast es gut“, sagte der Nebel zur Linde.
„Wenn mich einer sieht, sieht er nur Probleme,
weil er nicht mehr durchblickt. Und dann die vielen Vögel.
Durch mich zischen sie nur hindurch, weil sie bei dir landen wollen.
Anschließend beschenken sie dich auch noch mit tollster Musik.“
„Stimmt, manchmal habe ich ’n ganzes Orchester in der Krone. Aber was wäre das alles ohne dich?! Du, mein lieber Nebel, bist das ersehnte Pausenzeichen zwischen lauter schnellen Takten und Läufen in den wildesten Partituren dieser Welt.“

Bis ich dich erkenne

Ich mag dich, 
du zartes Nebelgewand. 
Wenn du die Welt 
mit dir umhüllst, 
ertasten meine Augen Formen 
wie einer, der Nacktheit sucht. 
Bald hör ich dich flüstern, 
hör wie du tuschelst 
mit meiner Fantasie, 
ihr ungewisse 
Versprechungen machst. 
Und im Ungewissen 
entdecke ich Leben. 
Nur Leben. 
Bis ich es rückwärts lese, 
dieses Leben, und dich 
in ihm erkenne, dich, 
meinen Freund, den Nebel. 

Ich kann nicht anders

Schlechte Sicht
pfercht meine Sinne ein.
Ich kann nicht anders,
als anzusehen was ist,
zu betrachten,
was greifbar vor mir liegt,
und entdecke
den Zauber des Jetzt.

Entdeckung

Weitblick
sieht anders aus.
Schlechte Sicht
pfercht meine Sinne ein,
Ich kann nicht anderes,
als anzusehen was ist,
zu betrachten,
was greifbar
vor mir liegt,
und entdecke
den Zauber des Jetzt.
© Andreas Klaene

Das Feld schläft

Das Feld schläft,
ruht lautlos
unter seiner weißen Decke.
Der Himmel
hält mit goldenem Auge Wacht,
und die Wildgänse
rufen leis ihr Fernweh
in unsere Träume hinein.

Andreas Klaene

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