Herdendenken

„Sag bloß, du hast dich verirrt?“, sagte der Deich.
„Nee, noch nicht“, sagte das Schaf.
„Und wieso guckste dann so ratlos?“
„Weil mit uns was nicht stimmt.“
„Mit wem?“
„Mit unserer Herde.“
„Da wissen schließlich alle, wo’s langgeht“, sagte der Deich. „Einfach dem Ersten nach. Immer weiter.“
„Das ist es ja! Immer hinterm Leithammel her.“
„Ist doch okay.“
„Find ich aber nicht demokratisch.“
„So geht’s doch am besten“, sagte der Deich.
„Die Herde könnte auch den Hammel leiten“, sagte das Schaf.
„Weiß nicht. Ich glaube, du verläufst dich.“
„Nich so schlimm. Lieber auf’m Deich verlaufen als inne schräge Idee von so `nem Hammel verrennen.“ 😀

Am Abgrund

Ostfriesland, Deich

„Wo willste denn hin?“, riefen sie hinter ihr her.
„Nach vorne.“
„Und warum?“
„Weil ich sehe, dass das mein Weg ist.“
„Dein Weg? Quatsch, jeder geht doch seinen Weg.“
„Aber nicht seinen eigenen.“
„Dann guck mal nach rechts. Du stehst nämlich schon direkt am Abgrund.“
„Oh ja. Und die Aussicht ist grandios.“ 😀 

Auf der schiefen Bahn

Habe mich schon immer gefragt, ob man auch auf ’ner schiefen Bahn nach oben kommen kann. Ja, es geht. Hier ist der Beweis. 😉 Stelle aber gerade fest: Auch unterhalb bin ich ganz gut drauf. Nicht auf dem Gipfel, aber ziemlich nahe bei mir. 😀

Die Sache mit dem schwarzen Schaf

Häufig, wenn ich genau hinschaue,
kapiere ich, dass so manches schwarze Schaf
nichts als ein bunter Vogel ist.
Einer, der vielen weißen Westen Angst macht,
in ihrer blitzblank polierten Konformitätsherde unterzugehen.

Andreas Klaene

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