Wenn du so weiter machst …

„Man muss sich ja für dich schämen“, sagte das alte Haus. „Wenn du so weiter machst, fällst du noch total aus dem Rahmen.“
„Kann schon sein“, sagte das alte Fenster. „Ich hoffe jedenfalls, dass ich das schaffe. Irgendwie. Sonst fühle ich mich nämlich bald nur noch beschränkt.“
„Aber hör mal, das kannste doch nicht machen. Ich meine, einfach so aus dem Rahmen fallen. Du zerdepperst doch das schöne Bild der Welt.“
„Welcher Welt? Meiner nicht. Ich glaube, ich überwinde einfach Grenzen. Außerdem fühle ich mich hier wie bei ner Psychoanalyse: Jeder guckt in mich rein.“ 😉

Bis zum Umfallen

„Ist doch kein Leben, so ein Rumstehen bis zum Umfallen“, sagte das Denkmal. „Seit Jahrhunderten frage ich mich, ob die, die unter mir liegen, mich jemals gebraucht haben. Wenn ja, dann haben sie einen wie mich nicht verdient. Und falls sie mich doch verdient haben, dann können sie mit einem wie mir nichts anfangen. Ich glaube, ich leg mich jetzt einfach mal hin.“ 😉

Wo die schönste Nähe Weite tankt

Man könnte sich ja ab und zu (und dann immer mal wieder 😉) ans Meer setzen. Da, wo die schönste Nähe Weite tankt und gar nicht auf die Idee kommt, im Sand zu verlaufen. 😀

Und jetzt VORSICHT: Dies ist unbezahlte Werbung. 😉 Hier steht ein kleiner Dialog aus meinem Roman „Till Türmer“:
„Bist du häufig hier?“
„Häufig? In der letzten Zeit schon. Vor allem nach Tagen, die mir keine Ruhe lassen.“
„Du meinst, wenn es besonders schwer war?“
„Dann zum Beispiel, aber auch, wenn’s besonders schön ist.“
„Und was machst du dann hier am Strand mit der Last?“
„Ich schaue zu, wie das Meer mir die ganz harten Brocken wegreißt. Wenn ich dann lange genug hier unterwegs bin, werden sie alle von den Wellen aufgeweicht.“

Völlig ausgeflippt

„Bist ja völlig ausgeflippt“, sagt die Unerfahrenheit zum Übermut. „Das wirste noch bereuen.“
„Bereuen? Glaub ich nicht“, sagt der Übermut. „Ich liebe Luftsprünge. Wenn ich oben bin, kann ich den Horizont sehen. Und zwischen dem und mir liegt ne große schöne Welt.“ 

Eine Vision

Klar finde ich es richtig, jede gute Gelegenheiten zu nutzen. Wenn man’s nicht tut, dreht sie einem den Rücken zu. Und dann steht man da. Genau da, wo ich jetzt rumstehe. Also bleibt mir nichts anderes übrig, als diesen blöden Rücken zur Kenntnis zu nehmen. Ich mache das. Jedenfalls erstmal. 😉 Und indem ich das ein paar Sekunden lang gemacht habe, ist meine Anguckerei ganz unmerklich zum Betrachten übergegangen. Dabei spüre ich die sanften Formen schon fast in meiner Hand. Und das, obwohl ich hier überhaupt nichts anfasse. Also irgendwie muss da noch mehr passieren, denke ich. Das kann einfach nicht alles sein. Auf einmal steigt meine Stimmung. Ich bin froh, dass die Gelegenheit mir den Rücken gekehrt hat. Nun habe ich nämlich eine Vision. Eine, die sich wie ein Handschmeichler meiner Sinne anfühlt. 😀

Felsen zum Schmelzen bringen

Mit dem richtigen Geschenk soll man ja angeblich sogar Felsen sprengen können. Angeblich. Und was macht man, wenn einer aus lauter Angst vor entsprechender Geschenkrevanche immer größer wird und wie ne Gebirgskette vor einem steht? Handelsübliche Mitbringsel kriegt man da nicht rüber. Also bleibt nur liebevolle Zugewandtheit. Wenn die zärtlich ausfällt, erdrückt sie nicht und kann Felsen zum Schmelzen bringen. 😀